Chronik:

Hörnerklang und Hundelaut sind seit jeher untrennbar mit der Jagd verbunden. Das Jagdhorn diente früher ausschließlich als Signalhorn, also zur Kommunikation und Information zwischen den Jägern und zum Verblasen der Strecke; besonders hervorzuheben ist der Einsatz der Jagdhörner bei Treibjagden und Nachsuchen sowie beim Erweisen der letzten Ehre vor dem erlegten Wild. Diese Bedeutung mag im Zeitalter der Funkgeräte und Mobiltelefone zum Teil verloren gegangen sein, doch die Faszination dieses Brauchtums ist wohl auch heute noch gegeben.

Als es nach den Wirren des zweiten Weltkrieges den Menschen wirtschaftlich besser ging, konnte dem jagdlichen Brauchtum der ihm zustehende Stellenwert wieder eingeräumt werden. Auch die in der Bundeshauptstadt Wien ansässigen Jäger begannen, sich für die Jagdhornmusik zu interessieren.

Die JHBG "Hermann Löns" wurde am 29. September 1966 in Wien XIV mit anfangs sieben Mit-gliedern gegründet und ist somit die älteste Jagdhornbläsergruppe Wiens. Der berühmte deutsche Heidedichter und passionierte Waidmann (geb. am 29. 8. 1866, gefallen am 26. 9. 1914) sollte als unser Namenspatron anlässlich seines 100. Geburtstages die Verbindung zwischen dem Waidwerk und der jagdlichen Kultur in unserem Lande symbolisieren. Ziel unseres Vereines war und ist es, ohne jede politische Ausrichtung auch im großstädtischen Bereich das jagdliche Brauchtum unter Einbeziehung der Jagdmusik zu pflegen und hochzuhalten.

Zum ersten Obmann und Hornmeister wurde Otto Resch gewählt, der diese Funktionen bis 1985 augeübt hat. In den ersten Jahren durfte unsere Gruppe an unzähligen Gesellschaftsjagden teilnehmen; durch den Rückgang des Niederwildes ging in den Folgejahren ein Teil dieser Tradition leider verloren. In der Zeit von 1974 bis heute nahmen wir an zahlreichen nationalen und internationalen Wettbewerben im In- und Ausland (Nieder- und Oberösterreich, Steiermark, Kärnten, Tirol, Deutschland, Schweiz, Slowenien, Ungarn) teil, wobei wir bereits mehr als 30 Leistungsabzeichen in Gold und Silber erringen konnten. In ihrer Glanzzeit gehörten unserer Gruppe 42 Mitglieder an.

Ab 1987 widmeten wir uns unter dem am 1. November 2001 verstorbenen Hornmeister Sepp Killian durch Anfängerkurse in besonderem Maße der Nachwuchspflege; diese Tradition pflegen wir auch unter HM Wilfried Schlögl bis heute und werden dies auch in Hinkunft gerne tun. Stets haben wir größten Wert darauf gelegt, daß alle unsere Mitglieder auch aktive Jägerinnen und Jäger sind, um die Verbundenheit der handwerklichen Fähigkeiten mit den kulturellen Elementen der Jagdausübung zu gewährleisten. Durch die Teilnahme an Wettbewerben, Hubertusmessen, Jägerbällen, Geburtstags-, Hochzeits- und Totenfeiern, Oster- und Adventmärkten sowie anderen festlichen Anlässen leisten wir unseren Beitrag dazu, die Interessen der Jagd in der Öffentlichkeit würdig zu vertreten und diese vor allem der Jugend in einer Zeit, in der die Natur allgemein und speziell der Lebensraum des Wildes immer mehr zurück gedrängt werden, entsprechend näher zu bringen.

Das Jagdhornblasen soll also niemals Selbstzweck, sondern ein lebendiger Teil der Jagdausübung und unseres jagdlichen Empfindens sein und bleiben!